Auf den Spuren Der Kelten:
Die genauen Anfänge der Kelten liegen im dunkeln, und konnten weder durch Geschichtsforschung noch Archäologie genau geklärt werden. Kaum ein Volk in der Geschichte birgt soviel Geheimnisse wie die Kelten. Wohl auch aus dem Grunde da ihre Überlieferungen zumeist in Mundform und nicht in Schriftform weiter gegeben wurden obwohl sie schon eine Schrift entwickelt hatten.
Erste bekannte Erscheinungen waren zirka 750 vor Christus in der frühen Eisenzeit und Hallstattzeit.
Erste Nennung der Kelten durch griechische Historiker zirka 500 - 450 vor Christus.
So traten sie als das namentlich erste bekannte Urvolk Mitteleuropas ins Licht der Geschichte.
Der Kontakt zur Mittelmeerwelt prägte die Entwicklung der keltischen Kultur. Bis 200 v. Chr. konnten sie ein mächtiges zentraleuropäisches Wirtschaftssystem aufbauen.
Die keltischen Stämme fielen schließlich inneren Unruhen und der Expansion des Römischen Reiches zum Opfer. Die Niederlage gegen Cäsar bei Alesia, bewirkten den Zerfall der keltischen Welt.
Kelten in der Rhön und Grabfeld - Kreis:
“Raino”, was im keltischen soviel wie Hügelland bedeutet, dürfte der Rhön ihren Namen gegeben haben.
Grabfeld; Dem Keltischen “Krapfeld” bedeutet = Buchenland
Quer durch die Rhön sind viele Spuren der Kelten die sich durch das ganze Gebiet ziehen. So zum Beispiel die Milseburg, nördlich der Wasserkuppe, bei der Reste einer keltischen Fliehburg zu finden sind.
Funde von keltischen Hügelgräbern in Ostheim, Königshofen, Bastheim usw.
Sehr schön auch das Keltendorf bei Sünna, in dem man die Nachbildung eines Dorfes der Kelten sich veranschaulichen kann. Bei einer Führung von Walter Höhn habe ich ein kleines Video gedreht, das ich mit seiner freundlichen Erlaubnis hier eingestellt habe. Hierbei erfährt man alles über das Projekt Keltendorf, die Geschichte der Kelten und der Kelten in der Rhön.
Befestigungs- und Wehranlagen im Rhön/ Grabfeldkreis:
- Stadtähnliche Anlagen waren wohl die Steinburg auf dem kleinen Gleichberg bei Römhild mit 64 ha.
- Die Milseburg nördlich der Wasserkuppe mit 32 ha.
Größere Befestigungen auf den Bergen:
- Judenhügel bei Kleinbardorf mit 13 ha.
- Oechsen bei Vacha mit 12 ha.
- Dolmar mit 7 ha.
- Kreuzberg mit 6,5 ha.
- Hohe Schule bei Eußenhausen mit 5,5 ha
- Mettermich, Landkreis Bad Kissingen mit 4,5 ha
- Rehberg mit 2,5 ha
- Eiersberg mit 1,3 ha
Siedlungsfunde:
Eine vermutlich Landwirtschaftliche Siedlung zwischen Unsleben und Heustreu mit Ca. 17000 Quadratmeter Größe
Bei Ausgrabungen bei Mellrichstadt Industriegebiet Loh wurde eine Keltische Siedlung entdeckt, in der mehrere größere Gebäude standen. Es ist die bisher größte Flächengrabung im Rhön/ Grabfeld. Es konnten über 400 Objekte freigelegt werden die noch genauer untersucht werden müssen. Sie werden auf 800 bis 400 vor Christus datiert, also frühe Keltenzeit! (mehr dazu)
Keltenleben innerhalb des Dorfes
   
Das Zusammenleben war durch eine Stammesgesellschaft geprägt. Die keltischen Stämme lebten in Siedlungen, die von einem Häuptling angeführt wurde. Sie waren in unzählige Stämme und Clans zersplittert, die einerseits oft untereinander zerstritten waren, andererseits aber auch in gemeinsamen Treffen Entscheidungen trafen.
Die Rangfolge innerhalb einer Gemeinschaft wurde durch ihr Vermögen bestimmt.
Der Stammesführer war an erster Stelle der Hierarchie, dann folgten die Druiden und Krieger, an dritter Stelle die Handwerker, danach kamen die Freien, das waren die Ackerbau- und Viehzüchter und die unterste Stufe nahmen die Sklaven ein (Kriegsgefangene).
Die Kelten waren sehr ortsgebunden, aber auch kriegerisch und eroberungsfreudig.
Sie arbeiteten gemeinschaftlich unter anderem in der Feldbestellung und der Viehzucht.
Ihre Mahlzeiten nahmen sie am Boden, auf Felle sitzend ein.
Die Kelten feierten gemeinsam Feste, die meist einen religiösen Hintergrund hatten.
Sie waren weit ihrer Zeit voraus, erfanden den Pflugschar und die Töpferscheibe, sogenannte Fibeln – der Vorläufer der Sicherheitsnadel und befassten sich damals schon mit der Herstellung von Seife.
Über die keltischen Frauen
Die Frau war dem Mann nicht gleichgestellt, aber innerhalb des Hauses traf die Frau die Entscheidungen, außerhalb der Mann.
Die keltische Frau hatte freie Gattenwahl und volles Erbrecht.
Einer Frau war es auch gestattet, mit mehreren Männern zu schlafen (sexuelle Freizügigkeit).
Eine Keltin konnte durchaus auch Königin, Magier oder Kriegerin sein.
Diese Frauen zeichneten sich als mutig und selbstbewusst aus und waren auch auf den Schlachtfeldern anzutreffen.
Sie war sehr geachtet und an das Ansehen ihrer Sippe gebunden
Zeittafel:
- 800 - 450 vor Christus Hallstattzeit
- 800 -650 vor Chr. Alte Hallstattzeit: Erste Waffen und Geräte aus Eisen. Starker Siedlungsbau; Bestattungen in Brand oder Hügelgräbern; Der Adel errichtet oft Wagengräber, wie in Bad Königshofen ausgestellt.
- 650 - 450 v. Chr. Jüngere Hallstattzeit: Bildung von Machtzentren, entstehen von Fürstensitzen mit Beziehung zu antiken Hochkulturen dessen Einfluss an den Grabbeigaben gut zu erkennen ist. regional bedeutsame Befestigungen in der Rhön.
- 450 - 15 vor Christus Latenezeit.
- 450 - 260 vor Chr.: Frühlatenezeit: Erste scheibengedrehte Keramik. Befestigte Höhensiedlungen z. B. Milseburg und Steinburg. Bildung von Bäuerlichen Kleinsiedlungen.
- 387 vor Chr. erobern die Kelten Rom
- 420 vor Christus erste Keltenwanderungen.
- 260 -120 v. C. Münzprägung; Schmuck aus Glas; Erste Stadtartige Siedlungen, sogenannte Oppida
- 120 - 15 v. C. Spätlatenezeit Niedergang und Ende der Stadte (Oppida). erste Germanen aus dem östlichen Mitteleuropa. Allmäliche Fusion von Kelten und Germanen in kleinen offenen Siedlungen.
- 15 v. C. Ende der Keltischen Eigenständigkeit durch Eroberung der Römer
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