Kampfschild

 

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Letztes Update am

16 Sep, 2009 

    Bau eines Keltischen Kampfschildes!

In etwa entsprechend der Latene Zeit. Ovale Form.

Der Bau eines Schildes beginnt wohl als erstes mit dem kleinen Detail des passenden Holzes.

Im Original wurden für das Schild wohl Holzstücke wie Latten und Leisten miteinander verzapft oder verklebt bis die passende Breite erreicht war. Heute bietet der Baumarkt wohl passendes für alle Wünsche. (Vergleichbar mit den heutigen Leimbindern.)

OSB Platten sind miteinander verleimte Holzspäne das der Platte ihr charakteristisches Aussehen verleiht.

Sperrholzplatten bestehen aus mehreren - im rechten Winkel verklebten - dünnen Holzplatten.

Tischlerplatten werden nach demselben Prinzip gefertigt, jedoch aus dickeren Einzelschichten (bis zu 10 mm je Schicht).

Spanholz halte ich für gänzlich ungeeignet wenn das Schild mehr als nur Deko werden soll.

OSB Platten haben eine hohe Stabilität, allerdings auch ein hohes Gewicht.

Am besten geeignet halte ich Tischler oder Sperrholzplatten. Diese kommen der Holzstruktur wohl am nächsten, vor allem wenn man das Schild “ Natur ” lässt, oder mit Rohhaut überzieht!

Auf nachfolgenden Bildern sind verschiedene Plattenarten zu sehen, da ich 3 Schilde gleichzeitig gebaut habe, um mich ein wenig in verschiedene Materialien reinzudenken. Also nicht erschrecken lassen von der unterschiedlichen Holzstruktur der Bilder.

Die Grundform oder auch Schildrohling:

Wie gesagt, Empfehlung; Tischler oder Leimholz nicht stärker als 1 cm. Stärkeres trägt wohl der Stabilität bei, erhöht jedoch das Gewicht. Es werden zur Zeit der Kelten wohl verschiedene Schildformen beschrieben, doch meist erwähnt ist die ovale Form, für die ich mich hier entschieden habe. die Schildhöhe sollte für mich 110 mm .betragen. Ich habe eine Körpergröße von 186 cm und fand dieses Maß passend.

Kampfschild GrundkörberDer einfachste Weg eine schöne Form zu bekommen, ist der gute alte Nagel und Schnur- Trick. Hierfür markiert man die Mitte der Platte mit einem Kreuz. An der langen Achse schlägt man zwei Nägel ca 10 cm nach innen versetzt ein. Der dritte Nagel kommt an den äußeren Rand der zukünftigen Schildbreite. Wie auf dem ersten Bild zu sehen spannt man nun eine stabile Schnur um die Nägel und entfernt dann den Nagel an der Querachse. Mit dem Bleistift kann man nun eine schöne Ellipse aufzeichnen indem man sich von der Schnur über die Platte führen lässt.

In der Mitte des Kreuzes dann noch einen Kreis zeichnen mit ca 12 - 13 cm Durchmesser. Es sollte soviel Platz sein, dass deine Faust durchpasst. Dies ist für den Griff und Schildbuckel gedacht.

Nun mit der Stichsäge erst mal die Form ausschneiden!

Kampfschild Tischlerholz

Kampfschild ausschneiden

Der Schildkörper ist fertig!

keltisches Kampfschild, der Anfang ist gemacht.

Nun frisch ans Werk um den hölzernen Schildbuckel zu fertigen.

Kampfschild Schildbuckel aus HolzAm besten besorgt man sich ein Stück Balken. Empfehlenswert ist natürlich Hartholz.

Hier im Beispiel mit Fichte, was ich so nicht empfehlen möchte, weil es zum einen Weichholz ist, zum anderen lässt es sich nur sehr schwer schnitzen weil die Faserung sehr eigenwillig ist.

Kaufen würde ich so was nicht im Baumarkt, die wollen dafür richtig Geld. Ich habe mir in einem Sägewerk einfach einen passenden Abfallbrocken geholt.

Das Holzstück sollte ungefähr die länge des Schildes haben, eine breite von ungefähr 20 cm und eine Tiefe von 10 cm.

Dann anzeichnen und die vorläufige Form ausschneiden.

Schildbuckel Holz

Kampfschild 014

 

Nachdem ich die grobe Form habe, gehts an die Arbeit mit dem Schnitz, - oder Zugmesser.

Kampfschild 015

Kampfschild Holzbuckler

Kampfschild Buckel schnitzen

Auf der Rückseite des Buckels muss noch die Vertiefung für den Handgriff rein, damit die Hand Bewegungsfreiheit bekommt. Das kann man gut mit dem Stemmeisen rausarbeiten.

Ich empfehle dies zu tun, bevor man die Vorderseite des Buckels rund arbeitet, weil es sonst zuviel wackelt beim arbeiten und sich schlecht einspannen lässt. Vorteilig ist es auch mit einem Holzbohrer mehrere Löcher zu setzen um das ausarbeiten zu vereinfachen.

Keltisches Kampfschild Buckler

Das Ergebnis, der fertige Schildbuckel!

Kampfschild Rohteile

Auf zum Handgriff oder auch Schildfessel genannt!

GriffVon diesen Holzstücken sind bei mir 4 Stück beim ausschneiden des Buckels abgefallen. Da liegt es doch nahe, daraus den Handgriff zu machen.

 

 

 

Mal schnell anzeichnen,

Ein Stück Holz

Ausschneiden,

Kampfschild Griff

mit Schnitzmesser und Holzraspel drüber sausen

Sildfessel geschnitztund der Eingriff ist fertig!

    Das Bespannen des Schildes!

Zum bespannen des Schildes kann man Rohhaut, Leder, oder Leinen verwenden, um es vor Hieben zu schützen und ein splittern zu vermeiden. Am stabilsten dürfte Rohhaut sein weil sie nahezu schnittfest ist gefolgt von Leder. Das einfachste und günstigste ist Leinen.

Die Verarbeitung ist sehr ähnlich, Rohhaut sollte man aber länger wässern, Leder auf jeden Fall anfeuchten, weils leichter zu verarbeiten,- ziehen ist. Bei Leinen ist dies am einfachsten es wird einfach aufgeleimt mit einem Wasser/ Leimgemisch!

Hier das Beispiel mit einem Leinentuch!

Ich habe Leim mit Wasser verdünnt und auf die Schildseite aufgetragen. Selbiges auf das ausgebreitete Leintuch gelegt und auf der Rückseite mit Nägel verspannt. Je besser das Tuch durchtränkt ist, desto schöner lässt es sich verspannen. Aber Achtung!!! Nicht zu feucht machen und nicht zu straff spannen, sonst verzieht sich die Platte und das Schild wird gebogen. Auf gleichmäßiges Spannen achten, am besten immer über Kreuz arbeiten.

Kampfschild 022

Mit Nägel Fixieren und das gleiche Spiel auf der anderen Seite wiederholen.

Kampfschild 024

Alles erst mal über 1 bis 2 Tage trocknen lassen. Nicht zu schnell trocknen lassen, weil sich sonst das Holz verwerfen kann!

Dann braucht man nur noch Schildbuckel und Griff anbauen.

Diese habe ich mit Holzzapfen befestigt und dann noch Nägel durchgeschlagen und diese auf der anderen Seite einfach umgeschlagen. Da mir handgeschmiedete Nägel einfach zu teuer sind, habe ich normale Nägel verwendet. Um die Köpfe der Industrienägel zu verstecken, sind dann einfach Polsternägel drüber gekommen. Das sieht handgeschmiedet aus und hat ein vernünftiges Preisverhältnis.

Eigentlich ist das keltische Kampfschild nun fertig!

Kampfschild front

Kampfschild hinten

Noch ein Eisenbeschlag über den Schildbuckel schützt vor Hieben!

Kampfschild beschläge

Diesen habe ich durch hämmern angepasst und mit Polsternägel befestigt

fertiges Kampfschild forne

Auf der Rückseite kann man noch mal schön sehen, wie ich mit Polsternägel die normalen Nägel versteckt habe.

Kampfschild hinten

Keltische Schilde waren meist aufwendig bemalt und wahre Zierstücke!

Ich denke mal, das kann man der Phantasie des einzelnen Hobbykelten überlassen!

In jedem Fall wünsche ich aber viel Spaß beim Nachbau ;-)

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