Historisches über meine Heimatstadt Geisa:
Geisa, das Städtchen in der thüringischen Rhön, liegt an dem Fluss Ulster zwischen den Bergkuppen der Rhön,
auf einem Höhenrücken von etwa über 300 Meter,
mit einer Einwohnerzahl von etwa 3393 (Stand Dezember 2006).
Hier nun einige historische Daten, die den einen oder anderen Lesern interessieren werden:
Etwa vor 3500 Jahren Besiedlung von Bandkeramikern (Ackerbau und (Viehzucht) aus dem Donaugebiet.
Es wurden Steinzeitfunde entdeckt:
Steinbeile aus der Borscher/Kranluckener Flur, Tonscherben
Aus der Hügelgräberbronzezeit wurden Grabhügel entdeckt, in der Nähe von Buttlar, Borsch, Geismar, Spahl und in Geisa auf dem Rasdorfer Berg .
Aus der Hallstattzeit stammen die nachweislich typischen Ringburgen auf dem Schleidsberg und dem Arzberg (u.a. Funde von Keramikbruchstücken aus der späten Hallstattzeit).
Die Kelten besiedelten das Geisaer Land in der Latènezeit. Zahlreiche Funde konnten Archäologen hier entdecken:
Keramikfunde auf dem Schleidsberg, Hügelgrab in der Borscher Aue, Fund einer bronzenen Schnabelkanne;
Skelettflachgrab im Grüsselbacher Graben, nordwestlich von Geisa,
Tongefäße, Schale, Armringe aus Bronzeblech, ein Bruchstück von einem Holzring aus Bronzeblech, ein Gürtelhaken
Während der Völkerwanderungszeit sind keine Funde nachweisbar.
Wahrscheinlich erfolgte erst in der Merowingerzeit wieder eine Besiedlung .
Funde aus dieser Zeit: Tonscherben mit Wellenmuster, gefunden auf dem Gangolfiberg
Aus der Karolingerzeit fand man einen typisch slawischen Friedhof bei Ketten , Gräber bei Bremen, ein slawisches Gräberfeld bei Bermbach, außerdem reichlich Grabbeigaben.
Erstmals erwähnt wurde Geisa Mitte des 12.Jahrhunderts, laut einer Urkunde, in einem „Codex“ (Zusammenstellung aller vorhandenen Urkunden durch den fuldischen Mönch Eberhard, im Auftrag des Abtes Marquard I) als „villa Geisaha“. Dies, vermutet man, ist eine Fälschung.
Im Jahre 817 hat Abt Ratgar von Kaiser Ludwig dem Frommen im Tausch gegen eine Stadt am Rhein, Vacha, Geisa und Spahl erhalten.
Dies wird als sichere urkundliche Erwähnung angenommen, entstammt auch aus dem Schriftgut des „Codex“.
11. Jahrhundert
Geisa war ein Dorf und Klostergut unter fuldaischen Besitz. Im Geisaer Gebiet bewirtschafteten unter anderem 55 Slawen Ländereien.
Die höchste Erhebung von Geisa ist der über 300 Meter hohe Gangolfiberg, nachweislich ältestes Siedlungsgebiet.
Hier befindet sich die einzige in Thüringen erhaltene Gerichtsstätte aus dieser Zeit, das Centgericht.
An dieser Stelle wurde über Ordnungsverstöße jeder Art gerichtet, am sogenannten „Hals-Gerichtstag“. Oft schon wegen kleiner Vergehen wurde die Todesstrafe verhängt.
13. Jahrhundert
Die erste Burg von Geisa befand sich auf dem Schlossplatz (Reste der Grundmauern wurden gefunden). Auch auf dem Rockenstuhl wurde eine Burg errichtet und ein Schloss gebaut.
Um das Fuldaische Land abzusichern, wurde Geisa mit Mauern und Türme befestigt und es wurden noch mehrere Burgen gebaut (u.a. auf dem Bocksberg).
Dies wurde von Fürstabt Bertho II von Leipolz, im Jahre 1265 veranlasst. Jener Abt ließ etwas später die von Raubrittern besetzten 25 Burgen zerstören, darunter auch Rockenstuhl und den Bergfried auf dem Boxberg.
14. Jahrhundert
Der erste urkundliche Nachweis, die Bezeichnung Geisa als „Stadt“, datiert das Jahr 1302 .
Eine Urkunde, in dem Geisa das Stadtrecht besitzt, ist nicht mehr auffindbar.
Brau- und Schankrecht erhielt die Stadt 1340, verliehen von Fürstabt Heinrich IV. von Hohenberg.
Der erste bekannte Wappensiegelabdruck stammt aus dem Jahre 1391.
Die Gerichtsbarkeit ist von Geisa auf den Rockenstuhl übergegangen.
15. Jahrhundert
Geisa lag an einer wichtigen Handelsstraße, der Verkauf von Waren der Bauern und Handwerker erfolgte auf Wochen- und Jahrmärkten
Laut fuldaischer Urkunden ist folgendes, zum Beispiel, nachweisbar:
1461 Urkunde über Leineweber in der Cent Rockenstuhl, 1499 Zunftbrief des Bäckerhandwerks zu Geisa.
Ein Spital wurde auch in dieser Zeit errichtet
1456 Erwähnung eines „Schulmeisters“
Die katholische Kirche wurde in den Jahren 1489 bis 1504 auf dem Kirchplatz gebaut, wo sich einst ein Friedhof befand.
Dessen Turm und nördliches Portal weist auf einen spätgotischen Baustil hin.
16. Jahrhundert
Während des Bauernkrieges vereinigten sich Tanner Bauern mit den Mansbach`schen Untertanen und versuchten die Stadt zu stürmen,
sie hatten aber keinen Erfolg.
1542 erließ Phillip Schenk von Schweinsberg (Fuldaer Fürstabt) die Reformationsordnung. Viele aus der Bevölkerung traten zur „neuen Lehre“ über.
Es erfolgte Reformation und Gegenreformation. Die Konfession war jeweilig vom regierenden Landesherren abhängig.
Jedoch letztlich kehrte der größte Teil wieder zum katholischen Glauben zurück.
Das Amtsgericht in Geisa wurde ca. im 16./17 Jh. gebaut, ursprünglich diente es als Lagerraum und Kellerei.
Es wurde bis nach dem 2. Weltkrieg als Amtsgericht genutzt.
Der Friedhof der Stadt befindet sich seit 1518 auf dem Gangolfiberg. Dort ist eine Friedhofskapelle, die erstmals 1461 erwähnt wurde.
Außerdem wurden hier alte Grabsteine des alten Friedhofes in die Friedhofsmauern eingearbeitet.
An Hand von Scherbenfunden könnte man vermuten, dass wahrscheinlich an dieser Stelle früher eine heidnische Kultstätte.
Noch heute befinden sich dort barocke Grabsteine, unter anderem von dem letzten Amtmann auf dem Rockenstuhl Petrus Faber und dessen Frau Margaretha.
1550 veranlasste der Fürstabt von Fulda ein Zunftverbot für Juden, später wurden alle Juden aus dem Hochstift Fulda vertrieben. Die ältesten jüdischen Grabsteine auf dem Judenfriedhof sind aus der Zeit gegen Ende des 18.Jahrhunderts.
17. Jahrhundert
Athanasius Kircher wurde 1602 geboren (siehe bedeutende Persönlichkeiten der Stadt)
Es war die Zeit des 30-jährigen Krieges. Es war viel Leid und Not unter der Bevölkerung.
Die Pest hielt Einzug, besonders in den Jahren 1626-1627.
Die Stadt wurde von Truppen belagert und geplündert durch das Kriegsvolk. (Schweden und Franzosen).
Auch durch den 2.Raubkrieg Ludwig XIV im Jahre 1672 – 1678 zogen österreichische, kursächsische und brandenburgische Armeen durch Geisa, die Bevölkerung musste Soldaten und Pferde zur Verfügung stellen. Unter dem französischen Einmarsch wurden hohe Abgaben geleistet und Kroaten quartierten sich in die Stadt ein.
1682 gab es in Geisa ein Spitalhaus (jetzige Grundschule)
Im Jahre 1699 war Geisa wieder Amtssitz (Gerichtsbarkeit).
18. Jahrhundert
Dann folgte der 7-jährige Krieg von 1756 – 63, erneute Durchmärsche und Einquartierungen französischer, preußischer, österreichischer und hessischer Truppen.
1769 – 1771 war die Stadt von Hungersnot und Missernte geplagt. Die Folge war ein starker wirtschaftlicher Rückgang.
Viele Bürger wanderten nach Ungarn (Siebenbürgen) aus.
Durch Fürstbischof Heinrich von Bibra wurde das Apothekenrecht erlassen.
In den Jahren 1797 – 1801 wurden die Menschen von der Ruhr und von Blattern erfasst.
1785 – 1786 wurde das katholische Pfarrhaus erbaut.
Der erste Nachweis für den Karneval in Geisa ist das Jahr 1786 .
19 . Jahrhundert
1803 gehörte Geisa zur Herrschaft von „Wilhelm von Oranien“.
Vom Fleckfieber wurde die Bevölkerung von 1804 – 1819 geplagt.
1806 wurde Geisa von den Franzosen besetzt.
1810 gehörte die Stadt zum Großherzogtum Frankfurt unter Großherzog „Karl von Dalberg“.
1813 kam Geisa unter österreichische Verwaltung, dann in den Besitz Preußens und danach gehörte die Stadt zum Großherzogtum Sachsen-Weimar, das bedeutete eine Trennung vom Bistum Fulda.
Nach der Völkerschlacht bei Leipzig durchzogen ausgehungerte Truppen durch das Geisaer Amt, sie brachten das Fleckfieber mit und plünderten überall, vor allem in Borsch und Buttlar.
1820 wurde der Bau eines Krankenhauses notwendig, darin befand sich das Lazarett und das Spital.
1825 wurde eine neue Stadtverfassung veröffentlicht. ( unter anderem werden Juden als „Nichtbürger“ bezeichnet).
Ab 1825 bzw. 1827 gab es in Geisa eine Stadtschule (Bürgerschule)
1829 erfolgte die kirchliche Zuordnung wieder zum Bistum Fulda.
1840 bzw. 1846 gab es eine evangelische Schule und auch jüdische Schüler wurden extra unterrichtet.
1842 wurde Adalbert Geheeb geboren (siehe große Persönlichkeiten der Stadt), Sohn des Apothekers vom Marktplatz
1845 wurde der Gesangsverein „Liedertafel“ gegründet.
1846 Gründung einer evangelischen Gemeinde
1848 wurde eine Bürgerwehr gegründet, die aber nie zum Einsatz kam und somit nach einigen Monaten aufgelöst wurde.
Seit 1853 gab es eine evangelische Kirche und evangelischer Unterricht im früheren Marstallgebäude am Schlossplatz, später wurden die evangelischen Kinder im Pfarrhaus in der Allee unterrichtet.
Der „Sängerbund“ trat 1858 ins Leben.
1864 wurde ein Turnverein gegründet, es gab ein katholischer Männer-, Jünglings- und Jungfrauenverein.
1866 war ein Gefecht im Geisaer Gebiet durch die preußische Mainarmee unter General Vogel v. Falkenstein (Verhinderung der Vereinigung der Bayern mit den Hessen), dabei fielen 3 Soldaten, welche auf dem Friedhof bestattet wurden,
darunter Major „Cäsar Rüstow“ (das Grab existiert heute noch auf dem Friedhof in Geisa).
1859 – 1861 wurde das Rathaus auf dem Platz des ehemaligen Rathauses (1663) im neugotischen Stil erbaut.
Zwei große Brände erlebte die Stadt.
Der erste Brand ereignete sich 1858 in der Oberstadt und der zweite folgte im Jahre 1883 in der Unterstadt.
Viele Menschen verloren ihr Haus und ihr ganzes Hab und Gut.
Zu Beginn des 19. Jh. gab stand am „Judenhaugk“ eine Synagoge, die 1858 abbrannte. 1861/1862 wurde eine neue Synagoge gebaut (1938 in der Reichskristallnacht wurde sie zerstört und verbrannt.)
1870 Geburtsstunde von Paul Geheeb (siehe Persönlichkeiten der Stadt)
1887 wurde das Kriegerdenkmal „Germania“ in Gedenken an den Sieg der deutschen Armeen im Krieg 1870/1871 auf dem Gangolfiberg eingeweiht
1880 - das Symbol für das Städtchen Geisa wurde bestimmt: „die Geiß“.
Ab ca. 1880 wurde in der Lateinschule unterrichtet, in lateinischer Sprache, für Knaben mit Anstreben des höheren Bildungsweges
1883 Gründung der Sparkasse der Stadt.
1887 entstand eine Korkenfabrik
1896 wurde der Raiffeisenverein gegründet.
1897 wurden Wasserleitungen in die Bürgerhäuser verlegt.
20. Jahrhundert
Es folgten zu dieser Zeit Ansiedlungen kleinerer Industriebetriebe. Aber viele Bürger wanderten auch nach Amerika aus.
Das Jahrhundert begann mit der Einweihung des „hl. Petrus“ auf dem Gangolfiberg.
Die erste Eisenbahnstrecke Vacha – Geisa wurde 1906 eingeweiht, danach die Verbindung von Geisa nach Tann.
Im Jahre 1909 bekam die Stadt Geisa elektrische Beleuchtung, erzeugt vom Elektrizitätswerk in der Pfortenmühle.
Es entstand das Kaliwerk in Unterbreizbach 1910. Es folgte die Teufung des Schachtes bei Buttlar.
Jedoch drei Jahre später stürzte ein Teil dieses Schachtes ein.
Dennoch fanden viele Menschen hier Beschäftigung, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Seit 1911 existiert die Druckerei Erb (heute noch).
Ein nicht-konfessioneller Männergesangsverein erlebte seine Geburtsstunde 1912 unter dem Namen „Sangesfreunde“.
Im Jahre 1913 wurde das Geisaer Krankenhaus mit einem Operationssaal nebst Ausstattung und einem Röntgengerät ausgerüstet,
dank einer Spende durch die Nachfahren des jüdischen Arztes Dr. Hermann Koch.
Es war die Zeit des 1. Weltkrieges 1914, als sich 500 Männer aus Geisa freiwillig für den Krieg meldeten, es fielen 73 Bürger der Stadt.
Als der Krieg vorüber war, herrschte große Armut, Lebensmittel wurden rationiert, es war die Zeit der Inflation, von der Stadt wurde Notgeld gedruckt.
1918 wurden Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte gegründet.
Ab dem Jahr 1920 gab es die katholische und evangelische Volksschule sowie die bischöfliche Lateinschule.
Zu dieser Zeit wurden Volksfeste, Stiftungsfeste und Sängertreffen veranstaltet.
Durch die Gründung Thüringens wurde in Geisa das Gericht „Thüringisches Amtsgericht“.
Eine Gründungsversammlung des Karnevalvereins 1923 unter dem Schlachtruf „Zicke, zacke, zicke, zacke, Geisaha“ fand statt.
Die Mädchen wurden ab 1924 in einer Schule unterrichtet, die vom geistlichen Orden der Englischen Fräuleins geleitet wurde.
Die landwirtschaftliche Schule, die sich in der ehemaligen Post an der Ulsterbrücke befand, gab es im Jahr 1924. Später wurde sie Berufsschule
für verschiedene Ausbildungen.
1933 siegten die Nationalsozialisten bei der Wahl.
Am 9.11.1938 während der „Reichskristallnacht“, wurde die jüdische Synagoge zerstört und jüdische Bürger verfolgt.
Während des 2. Weltkrieges 1939 – 1945 sind viele Kriegsopfer zu beklagen, darunter auch ein Junge aus Geisa, der 1944 einen Ausflug zur Wasserkuppe
unternahm und bei einem Tieffliegerangriff getroffen wurde, er starb im Lazarett in Fulda.
Jedoch blieb die Stadt von Bombenangriffen verschont.
Die amerikanischen Truppen besetzten Geisa im Jahre 1945, danach im Sommer wurde die Stadt von den russischen Truppen besetzt.
1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
Geisa gehörte ab 1950 zum Kreis Bad Salzungen.
Die Grenzen wurden im Jahre 1952 befestigt.
Es erfolgten Zwangsaussiedlungen von „unbequemen Bürgern“ und Bewohnern, die zu nah am „Schutzstreifen“ wohnten.
Dabei wurde im Auftrag der Grenzsicherungsorgane auch das Geisaer Waldhäuschen entfernt (aus Sicherheitsgründen).
Dennoch flüchteten ständig Bürger in Richtung Westen.
Geisa wurde zur „5-Kilometer-Sperrzone“ erklärt. Orte, wie Reinhards und Wenigentaft waren im „500-Meter-Schutzstreifen“, diese waren für die
Geisaer und alle anderen nicht mehr zugänglich, nur mit Sondergenehmigung.
Viele Bauernhöfe wurden zu dieser Zeit dem Erdboden gleich gemacht, wie der Fischerhof, Seeleshof, Jakobshof und der Kohlbachshof.
Eine 10-klassige Schule wurde gebaut (1968), ein Hort errichtet zur Unterbringung der Schüler nach Schulschluss und auch eine Sonderschule
gab es in Geisa ab 1956.
1960 erfolgte die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft.
Der Grenzausbau mit Minen und Stacheldraht geschah im Jahre 1961.
Das 1150- jährige Bestehen Geisas wurde 1967 gefeiert.
1970 wurde der Karnevalverein Geisa in
Geisa-Hinkelshagener-Carnevals-Club (GHCC) umbenannt.
Die Eingemeindung umliegender Dörfer war im Jahre 1974.
Ein ereignisreiches Jahr war dann auch 1989, es begann mit Friedensgebeten und Demonstrationen, die Menschen waren nicht mehr zufrieden mit
der Politik und den Machenschaften des Staates.
Im selben Jahr wurden die innerdeutschen Grenzen geöffnet und das Sperrgebiet aufgelöst.
Große Persönlichkeiten der Stadt Geisa
Athanasius Kircher
Er wurde 1602 als 9.Kind der Familie in Geisa geboren.
Mit 10 Jahren war er Jesuitenschüler in Fulda, später Priester, Schriftsteller und auch Professor, studierte Theologie und Philosophie und
beherrschte 12 Sprachen.
Er lehrte und forschte am Collegium Romanum in Rom.
Athanasius Kircher schrieb viele Veröffentlichungen in den Bereichen Ägyptologie, Geologie, Medizin, Musiktheorie, Mathematik und
Naturwissenschaften, wie Astronomie und Physik.
Er war ein großer Universalgelehrter des 17. Jahrhunderts.
Er leistete große Vorarbeit bei der Entzifferung der Hieroglyphen, erfand den Vorläufer der „Laterna Magica“ (heutiger Filmprojektor) und
beschrieb als erster die „Fluoreszenz“.
Als populärster Gelehrter seiner Zeit starb Athanasius Kircher 1680 in Rom.
Adalbert Geheeb
Als deutscher Botaniker und Moosforscher war er sehr bekannt.
Er wurde 1842 in Geisa als Sohn des Apothekers geboren, studierte Pharmazie und war auch als Apotheker in Geisa tätig.
Für seine Verdienste bekam er die Ehrendoktorwürde in London.
Im Jahre 1876 war er Mitbegründer des Rhönklubs.
Im In- und Ausland war er ein geschätzter Moosforscher.
1867 heiratete er Adolphine Calmberg und zeugte mit ihr 4 Kinder.
Eine seiner Töchter (Anna) studierte in der Schweiz Medizin und Psychiatrie, was in Deutschland zur damaligen Zeit für Frauen
noch nicht möglich war.
Innerhalb der Familie wurde gerne Kammermusik gespielt.
Nachdem 1884 seine Frau starb, zog Adalbert Geheeb um 1890 nach Freiburg (Breisgau).
Dort heiratete er seine 2. Frau Emmy Belart.
1909 starb er und bis heute ist eine Gedenktafel an der Apotheke zu Ehren des Adalbert Geheeb.
Moritz Goldschmidt
Auch bekannt als der Botaniker der Rhön, galt er als der beste Kenner der Rhönflora.
Moritz Goldschmidt wurde 1863 geboren.
Etwa um 1885 war er Lehrer an der israelitischen Schule in Geisa.
Er war befreundet mit Adalbert Geheeb.
Seine berühmte Pflanzensammlung und Herbarien befinden sich heute im Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main.
Über ihn gibt es viele Publikationen.
Moritz Goldschmidt starb 1916.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Geisa.
Bei Tann/ Neuswarts ist seit 1971 ein Gedenkstein für den „Botaniker der Rhön“.
Paul Geheeb
Als bedeutender Reformpädagoge war er sehr bekannt.
1870 wurde Paul Geheeb in Geisa geboren.
Dort besuchte er die evangelische Schule in der Alleestraße, studierte später Theologie, Philosophie, Psychiatrie, Psychologie, Psychopathologie
Und beschäftigte sich mit der Anatomie.
Von 1900 bis 1902 arbeitete er in einem Sanatorium und Erziehungsheim in Wyk auf Föhr.
Später leitete er das Landeserziehungsheim in Haubinda/Thüringen.
Paul Geheeb heiratete 1908 Edith Cassirer.
Die Gründung einer Odenwaldschule ist sein größtes Lebenswerk, die heute noch existiert. Auf der Grundlage gemeinsamer Erziehung von
Jungen und Mädchen verschiedene Schulabschlüsse absolvierend in einer Schule vereint, das war seine Idee.
1934 ging er dann in die Schweiz, dort gründete er gemeinsam mit seiner Frau die „Schule der Menschlichkeit“.
Zu seinem Bekanntenkreis zählten unter anderem Rosa Luxemburg, August Bebel, Otto Lilienthal, Ludwig Thoma und Albert Schweitzer.
Anmerkung: Übrigens besuchte auch die bekannte Beate Uhse eine Odenwaldschule!
1960 erhielt Paul Geheeb die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen.
Verstorben ist er 1961.
(Autor Steffi Sturm)
Erstellt am 04 September, 2007
Letztes Update am 16 September, 2009
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